Prognosen für den 5. Spieltag der Bundesliga

Die Bundesliga meldet sich heute nach der Länderspielpause zurück und der Fussballguru wirft einen Blick auf die einzelnen Begegnungen und tippt das Ergebnis (Tendenz).

Bisher hatte der Guru beim Tippspiel der Süddeutschen Zeitugn einen guten Lauf, mal schauen wie es nach diesem Spieltag aussieht…


Viel Spaß!

 

FC Augsburg – Bayer Leverkusen, Fr. 20.30

Leverkusen hat fraglos die stärkeren Individualisten, besonders in der Defensive und im zentralen Mittelfeld hat der FCA schlicht und einfach zu wenig Qualität. Die Überlegenheit besonders in der Zentrale (Lars Bender!) wird darüber hinaus die noch immer recht anfällige Leverkusener Viererkette entlasten, es ist mehr als unwahrscheinlich das Augsburg Leverkusen vor große Probleme stellen wird.

Tipp: Auswärtssieg Bayer Leverkusen (2)

FC Bayern München – SC Freiburg, Sa. 15.30

Fraglos wird die Bayern – Offensive auch ohne Robben die eher schwache Freiburger Viererkette vor arge Probleme stellen, auch der Dominanz im zentralen Mittelfeld (Schweinsteiger und Gustavo) haben die Freiburger nicht genug entgegen zu setzen. Es wird jedoch interessant sein zu sehen, wie die Defensive der Bayern mit den schnellen und präzisen Kontern der Freiburger umgeht.

Tipp: Heimsieg Bayern München (1)

FSV Mainz – TSG Hoffenheim, Sa. 15.30

Ein sehr interessantes Spiel, denn beide Mannschaften verfügen über eine ähnliche Spielanlage und spielen einen sehr modernen, offensiv ausgerichteten Fussball. Für den Ausgang des Spiels wird es daher entscheidend sein, welche der Mannschaften einfache Fehler vermeiden kann (Hoffenheim macht davon in dieser Saison bisher zu viele) und welcher der starken Indivdiualisten in der Offensive dem Spiel seinen Stempel aufdrücken kann (bei Hoffenheim fehlt der bisher in dieser Saison sehr effektive Salihovic, bei Mainz spielen bislang vor allem Allagui und Risse eine starke Saison).

Tipp: Heimsieg FSV Mainz (1)

VFB Stuttgart – Hannover 96, Sa. 15.30

Hannover präsentiert sich in dieser Saison bisher als eine spielstarke und gefestigte Mannschaft, die für den VFB im Moment noch eine Nummer zu groß sein dürfte. Fraglich ist vor allem: Kann sich Stuttgart gegen die starke Defensive der Hannoveraner Chancen erarbeiten? Kann der VFB die Dominanz von Pinto und Schmiedebach im Mittelfeld brechen? Können die schnellen Konter von 96 verhindert/verteidigt werden?

Tipp: Auswärtssieg Hannover 96 (2)

Borussia Mönchengladbach – 1.FC Kaiserslautern, Sa. 15.30

Zwar ist der Ausfall von Marco Reus besonders in der Offensive nur schwer aufzufangen, gegen schwache Lauterer sollte es für die in dieser Saison bisher überzeugend auftretenden Gladbacher trotzdem zu einem Heimsieg reichen. Die harmlose Offensive der Pfälzer wird es kaum schaffen, die gefestige Defensive um Dante zu gefährden und im Angriff wird es Gladbach nicht schwerfallen, Chancen gegen die schwache Abwehr des FCK herauszuspielen.

Tipp: Heimsieg Borussia Gladbach (1)

Borussia Dortmund – Hertha BSC Berlin

Zwar muss Klopp auf den gesperrten Mario Götze verzichten, mit Perisic, Blaszczykowski oder dem jungen Moritz Leitner stehen aber zahlreiche Alternativen bereit. Sven Bender, der mit einer Knöchelverletzung die deutschen Länderspiele absagen musste, wird am Samstag wohl wieder spielen können, eine äußerst gute Nachricht für den BVB. Ins Spiel gegen den Aufsteiger geht der Meister natürlich als großer Favorit, vor allem wenn die Dortmunder gewohnt aggressiv und hoch verteidigen werden die Berliner bereits im Aufbauspiel vor enorme Probleme gestellt werden. Und auch ob der Angriff der Hertha die starke Defensive der Dortmunder vor Probleme stellen kann ist mehr als fraglich.

Tipp: Heimsieg Borussia Dortmund (1)

Werder Bremen – Hamburger SV, Sa. 18.30

Zum Glück für die sich erst langsam zusammenfindende Bremer Abwehr kommt am Samstag der HSV mit einer denkbar schwachen Offensive und einem viel zu langsamen Umschaltspiel zu Besuch. Dazu die unsichere Abwehr um den formschwachen Westermann und den wackligen Droby im Tor, es könnte ein sehr einseitiges Nordderby werden.

Tipp: Heimsieg Werder Bremen (1)

1.FC Köln – 1.FC Nürnberg

Das Aufeinandertreffen zweier Teams mit schwachen Offensivreihen, die Nürnberger verfügen zumindest über eine solide Abwehr was man von den Kölnern bei 12 Gegentoren in vier Spielen schwerlich behaupten kann. Ein sehr offenes Spiel, nur ein Heimsieg der Kölner wäre eine kleine Überraschung.

Tipp: Unentschieden (0)

VFL Wolfsburg – Schalke 04

Wolfsburg ist noch immer auf der Suche nach einer klaren Spielanlage und einer funktionierenden Grundformation, wahrscheinlich wird auch noch der bisher überzeugendste Stürmer mit Patrick Helmes zunächst auf der Bank Platz nehmen. Bei Schalke dagegen ist inszwischen die taktische Handschrift von Ralf Rangnick deutlich zu erkennen, darüber hinaus kommt Farfan immer besser in Fahrt und wird die Wolfsburger Defensive auf links vor enorme Probleme stellen.

Tipp: Auswärtssieg Schalke 04 (2)

 

 

 

 

 

 

 

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Stotternde Meisteroffensive und panischer Bundesliga – Dino. Ein Blick auf Borussia Dortmund und den Hamburger SV.

Borussia Dortmund

7 Punkte und Platz 6 nach vier Spieltagen, einen klassischen Fehlstart hat der BVB sicherlich nicht hingelegt. Und dennoch, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beim Vorjahresmeister noch nicht alles rund läuft. Vor allem die magere Torausbeute von nur fünf Treffern in vier Spielen ist auffällig, besonders wenn man an die hervorragenden Offensivleistungen der Vorsaison zurückdenkt und die drei Tore zum Saisonauftakt gegen erschreckend schwache Hamburger abzieht.

Die Gründe für die momentane Ladehemmung in der BVB – Offensive sind dabei wie so oft vielfältig. Zum einen hatte es der BVB gegen Hoffenheim, Nürnberg und Leverkusen ausschließlich mit Mannschaften zu tun, die großen Wert auf eine stabile, gut organisierte Defensive legen (und dies auch sehr gut umsetzen).

Zum anderen gibt es im Dortmunder Offensivspiel selbst verschiedene kleine Probleme, die große Auswirkungen haben.

Am auffälligsten dabei ist das deutlich verlangsamte Umschalten nach Ballgewinn, im Vorjahr eine der großen Stärken des BVB. In der letzten Saison lief das Umschaltspiel entweder durch die Zentrale und damit über Nuri Sahin, oder durch Vorstöße mit hohem Tempo auf den Außenbahnen über Schmelzer und Piszczek.

Das Gündogan den abgewanderten Sahin in der Zentrale nicht nach vier Spielen würde vollständig ersetzen können war zu erwarten, darüber hinaus ist seine Spielanlage eine andere, er hält den Ball häufig noch zu lange und verzögert damit das Spiel beizeiten unnötig. Auch scheinen seine Mitspieler, vor allem Subotic und Hummels noch nicht das nötige Grundvertrauen zu haben, ihn in fast jeder Situation anspielen zu können, wie sie das bei Sahin hatten. Der erste Pass aus der Abwehrreihe ins Mittelfeld wird also noch nicht so schnell gespielt wie in der Vorsaison, man gibt somit dem Gegner mehr Zeit sich zu organisieren. In Anbetracht der individuellen Klasse von Gündogan ist es wohl aber nur eine Frage der Zeit, bis er in das Dortmunder Offensivspiel voll integriert ist. In der Defensive macht er bereits einen recht überzeugenden Eindruck.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch Kagawa, der offensive zentrale Mittelfeldspieler, noch nicht seine Form aus der vergangenen Vorrunde erreicht hat. Er leistet sich zurzeit noch zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel und neigt wie Gündogan dazu, den Ball zu lange zu halten. Eine unschöne Angewohnheit die auch bei Lewandowski im Sturmzentrum teilweise zu beobachten ist, hier jedoch häufig gezwungenermaßen weil seine Mitspieler nicht schnell genugn nachrücken.

Warum die Außenverteidiger aber bisher nicht einen solchen Offensivdrang wie gewohnt entwickeln ist unklar, bei Schmelzer zumindest könnte dies durchaus seiner längeren Verletzung geschuldet sein.

Aber: Dortmund beindruckt weiterhin mit seiner hervorragend organisierten Defensive und wie heißt es doch so schön: “Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften”.

So lange sich der BVB auf seine großartig funktionierende Defensive um Bender, Hummels, Subotic und Weidenfeller verlassen kann ist in jedem Spiel mit ihm zu rechnen, Coach Jürgen Klopp wird sich auch mit einigen trockenen 1:o Siegen anfreunden können wenn für den Moment die Mittel zu spektakulären 4:1 Erfolgen fehlen.

Hamburger SV

Die Hamburger würden sich sicherlich gerne mit den “Problemen” der Dortmunder beschäftigen müssen, kündigt sich doch für sie ein qualvoll langer Abstiegskampf an.

Zwar ist der Anblick des HSV im Tabellenkeller für den geneigten Bundesligafan ungewöhnlich, überraschend kommt er jedoch nicht.

Die Probleme des HSV vor allem in der Abwehr und im Mittelfeld waren schon vor Saisonbeginn offensichtlich und das ständige Wechseln auf den zentralen Positionen Innenverteidigung und defensives Mittelfeld ist eher ein Zeichen von Mängelverwaltung als ein Versuch, eine funktionierende erste Elf herauszubilden, für die es schlicht und ergreifend an Qualität zu fehlen scheint. Dabei soll nicht einmal in Abrede gestellt werden, dass die Neuzugänge aus Chelsea über Talent und eine solide Grundausbildung verfügen, aber naturgemäß braucht es Zeit, um aus talentierten Spielern einen funktionierenden Defensivverbund zu formen. Stattdessen hat Oennning gegen Köln schon die dritte Kombination in der Innenverteidigung getestet und die vierte im defensiven Mittelfeld.

Besonders die Frage, ob man Westermann wirklich noch mal im defensiven Mittelfeld ausprobieren musste, darf hier gestellt werden. Es handelte sich dabei wohl eher um ein Eingeständniss der Tatsache, dass der HSV keinen einzigen hochqualitativen 6er im Kader hat als um den Versuch, mit Westermann im defensiven Mittelfeld mehr Ordnung ins Spiel zu bekommen und die Innenverteidigung stärker zu entlasten.

Erschreckend zu sehen ist auch, wie die offenkundigen Schwächen im Zentrum sich auf den Rest der Defensive auswirken, so hat sich zum Beispiel der eigentlich hoch veranlagte Torwart Jaroslav Drobny bereits einige Fehler zu Schulden kommen lassen.

Klar ist, in der aktuellen Form wird es für den HSV und seine Fans eine ganz harte Saison. Trainer Oenning muss so schnell wie möglich eine Formation in der Defensive finden und dieser dann auch über einen längeren Zeitraum vertrauen, ansonsten ist der letzte Bundesliga – Dino akut vom Aussterben bedroht.

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FC Bayern München – Herausbilden einer Grundformation als erster Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft

Loius van Gaal gelang es in der vergangenen Saison zu keinem Zeitpunkt, eine funktionierende Grundformation zu finden. Natürlich spielten dabei häufige Verletzungen von Stammspielern eine Rolle (zum Beispiel die lange Ausfalldauer von Robben zu Saisonbeginn oder die wiederkehrenden Ausfälle von Ribery), noch größeren Einfluss hatten jedoch fehlende Geduld und ein genereller Mangel an Vertrauen in die Fähigkeiten einzelner Spieler.

Besonders gut war das in der Defensive zu sehen: auf den für eine stabile Grundordnung entscheidenden Positionen (Torhüter, Innenverteidigung, defensives Mittelfeld) wechselte van Gaal zeitweise mit furiosem Tempo und ohne logische Erklärung die Spieler aus. So kamen in der Innenverteidigung 2010/2011 mit Demichelis, Breno, Badstuber, van Buyten, Tymoshchuk und Gustavo nicht weniger als sechs verschiedene Spieler zum Einsatz (zum Vergleich: beim BVB kamen nur drei Spieler auf dieser Position zum Einsatz)  von denen es sich bei zweien (Tymoshchuk und Gustavo) sogar eigentlich um defensive Mittelfeldspieler handelt. Ein Umstand, der auf die nominellen Innenverteidiger nicht gerade motivierend gewirkt haben dürfte. Das Tymoshchuk dabei auch noch der zuverlässigste und sicherste Spieler auf dieser Position war darf allerdings auch nicht unerwähnt bleiben.

Auch im defensiven Mittelfeld durfte sich eine ganze Reihe von Spielern versuchen, häufig leider in nicht funktionalen, fast unsinnigen Zusammenstellungen. So war die Idee, Schweinsteiger und Kroos die Spielfeldzentrale anzuvertrauen, von Anfang an zum Scheitern verurteilt, besonders ohne eine starke, eingespielte Innenverteidigung dahinter. Zwar sind sowohl Schweinsteiger als auch Kroos Spieler mit hervorragendem Passspiel, starker Techink und guter Übersicht, das Umschalten von Offensive auf Defensive, Defensivzweikämpfe und die Balleroberung gehört jedoch vor allem bei Kroos sicherlich nicht zu seinen Stärken.

Wie ein funktionierendes Duo im defensiven Mittelfeld aussehen muss konnten die Bayern noch in der Erfolgssaison 2009/2010 sehen. Mark van Bommel übernahm dabei den defensiveren Part mit von ihm bekannter Zweikampfhärte und vor allem einem hohen Maß an strategischem Geschick, das zu diesem Zeitpunkt seine aufkommenden Probleme im Bereich Schnelligkeit noch auffing. Auch eine starke, eingespielte Innenverteidigung war dabei durchaus hilfreich.

Schon zu Beginn der vergangenen Saison spielte van Bommel deutlich schwächer, die Entscheidung, ihn in der Winterpause abzugeben war sportlich gesehen richtig, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass man mit Gustavo einen hervorragenden defensiven Mittelfeldspieler verpflichten konnte und mit Tymoshchuk einen weiteren bereits im Kader hatte. Warum van Gaal jedoch keinem von beiden dauerhaft die Position neben Schweinsteiger übergab (oder zutraute?) wird wohl auf ewig ein Mysterium bleiben.

Das der neue Trainer Jupp Heynckes diesen Fehler wiederholt ist mehr als unwahrscheinlich, er weiß zum einen wie wichtig ein dominanter, defensiver 6er neben einem Ballverteiler Schweinsteiger und vor einer jungen, nicht eingespielten Innenverteidigung ist, zum anderen kennt er Kroos noch aus gemeinsamen Leverkusener Tagen und wird weiterhin sein offensives Talent fördern, im defensiven Mittelfeld wird er wohl nur zum Einsatz kommen falls Schweinsteiger aufallen sollte.

Wie also wird die Grundaufstellung der Bayern in der neuen Saison aussehen (wenn alle Spieler einsatzfähig sind)?

Die meisten Planstellen sind klar besetzt, Neuer im Tor, Rafinha auf rechts und mit Boateng vielleicht hoffentlich der lange vermisste, souveräne Abwehrchef auf der rechten Innenverteidigerposition. Überhaupt wird die Entwicklung bei den Innenverteidigern interessant zu verfolgen sein: Boateng werden generell hervorragende Anlagen für diese Position zugeschrieben, wird er diese unter Beweis stellen können? Badstuber ließ einer starken ersten Saison, die ihn bis nach Südafrika zur WM führte, eine enttäuschende zweite folgen, in seiner dritten Saison wird sich nun zeigen wohin sein Weg dauerhaft führt, eine weitere schwache Saison wird sich der Hoffnungsträger bei den Bayern nicht erlauben können. Allerdings sehen die Voraussetzungen für ihn diesmal deutlich vielversprechender aus, ein konstanter, sicherer Linksverteidiger mit Lahm neben ihm, ein  starker, defensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler mit Gustavo (oder Tymoshchuk) vor ihm und im Idealfall die Möglichkeit, sich endlich mit einem festen Nebenmann in der Innenverteidigung einzuspielen und abzustimmen.

Im defensiven Mittelfeld wäre, wie bereits erwähnt, Gustavo die ideale Ergänzung zu Schweinsteiger und wird auf seiner Lieblingsposition in der neuen Saison sicherlich deutlich mehr Einsatzzeiten bekommen.

In der Offensive sind Ribery, Robben und Gomez gesetzt, solange sie gesund bleiben. Auf der zentralen Position in der offensiven Dreierkette war Müller zuletzt unangefochten, Kroos ist aber mehr als nur ein guter Backup für diese Position, seine von Müller abweichende Spielanlage würde dem Offensivspiel der Münchener durchaus gut zu Gesicht stehen und es noch schwerer ausrechenbar machen. Es wäre also nicht überraschend, wenn Kroos auf Dauer deutlich mehr Spielanteile auf der Position 10 bekäme und Müller vermehrt eine der Außenposition besetzt (was seinem Spielstil generell wohl eher entgegen käme).

Mögliche Grundformation der Bayern:

Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm – Gustavo, Schweinsteiger -                   Robben, Müller (Kroos), Ribery – Gomez

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Tops der Vorsaison, Teil 3: Borussia Dortmund

Borussia Dortmund ist in der vergangenen Saison absolut verdient Deutscher Meister geworden und auch in die neue Spielzeit gehen sie als Topfavorit, unabhängig von den Einkäufen der Konkurrenz aus München.

Ein Grund dafür ist die hervorragende Einkaufspolitik der Dortmunder in der Sommerpause sowie die nicht zu unterschätzende Leistung, den Kader aus der Vorsaison fast vollständig beisammen gehalten zu haben.

Die Ausnahme dabei stellt natürlich der Abgang von Nuri Sahin nach Real Madrid dar, ein herber Verlust der jedoch auf den ersten Blick dramatischer erscheint als er sich in Wirklichkeit auswirken wird. Denn trotz Sahins Abgang verfügt Dortmunds defensives Mittelfeld noch immer über enorme Qualität, die Rolle des offensiveren Parts innerhalb der Doppelsechs wird vermutlich der von Nürnberg verpflichtete Ilkay Gündogan übernehmen. Der junge Deutsch – Türke ist zwar ein anderer Spielertyp als Sahin (er ist quirliger, bissiger in der Defensive und wohl nicht ganz mit der Übersicht und dem langen Passspiel ausgestattet wie Sahin), hat aber dennoch allemal das Talent und den Willen, um in Dortmunds Zentrale in der neuen Saison eine wichtige Rolle zu spielen.

Darüber hinaus konnte Sebastian Kehl zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder regelmäßig am Trainingsbetrieb teilnehmen, nach verletzungsbedingt nur sechs Einsätzen in der Vorsaison wäre ein fitter und hungriger Kehl beinahe als Neuverpflichtung zu betrachten. Interessant wird nur zu sehen sein, ob der 31 – jährige Mittelfeldspieler, der in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen zurück geworfen wurde, in dem von immens hohem Tempo und bedingungsloser Laufbereitschaft geprägtem Spiel der Dortmunder noch mithalten kann, bei anderen älteren Spielern wie Dede und Owomoyela musste diese Frage schon negativ beantwortet werden.

Darüber hinaus darf bei den Diskussionen um den Abgang Sahins nicht vergessen werden, dass ein anderer defensiver Mittelfeldspieler der Dortmunder den gleichen wenn nicht sogar einen größeren Anteil am Erfolg der Vorsaison hatte, gemeint ist dabei natürlich der junge Sven Bender.

Bender hat sich in der letzten Saison enorm weiterentwickelt und ist defensiv der stärkste Mittelfeldspieler der Liga. Die Art und Weise wie er auf dem Spielfeld Räume zuläuft, Bälle im Zweikampf gewinnt und Passwege antizipiert ist fantastisch, darüber hinaus verfügt er über ein mehr als ordentliches Passspiel (kurz als auch lang) und wirkt selbst bei sehr zügiger Ballzirkulation auf engstem Raum im Mittelfeld nie überfordert. Die Dominanz in der Spielfeldmitte, die Dortmund vor allem dank Bender, Sahin und den häufig herausrrückenden Innenverteidigern Hummels und Subotic in fast jedem Spiel hatte, ist ein entscheidender Grund für den Erfolg der Dortmunder in der Vorsaison.

Aber den Dortmundern ist es nicht nur gelungen, fast alle Leistungsträger aus der Vorsaison zu halten, sie haben den Kader auch auf intelligente Weise ergänzt und damit sowohl mehr Qualität bei den Einzelspielern als auch eine größere Tiefe im Kader allgemein. So kam zum Beispiel mit Perisic ein torgefährlicher, dribbelstarker Offensivspieler, der in der neuen Saison voraussichtlich einige Spielanteile von Akteuren wie Großkreutz und Blaszcykowski übernehmen wird, mit Leitner ein im Mittelfeld variabel einsetzbares, junges Talent und mit Löwe ein entwicklungsfähiger Backup für die Linksverteidigerposition.

Ein noch wichtigerer Grund für die Favoritenrolle der Dortmunder ist jedoch nicht bei den Einzelspieler zu finden sondern betrifft die Spielphilosophie der Mannschaft  also die Art und Weise, wie der BVB Fußball spielt.

Bei den Dortmundern hat Trainer Jürgen Klopp über Jahre hinweg darauf hingearbeitet, sein Ideal von Fußball umzusetzen, in der letzten Saison schließlich ist die Mannschaft diesem Ideal häufig sehr nahe gekommen. Grundzüge dieser Spielphilosophie, die nicht von einzelnen Spielern abhängig ist sondern von jedem Spieler im Kader verstanden und umgesetzt wird, sind im defensiven Bereich eine sehr starke Verengung der Spielräume und ständige Schaffung von Überzahlsituationen (vor allem in den Außenbereichen des Spielfeldes) sowie ein variabel einsetzbares aggressives Pressing. All dies ist zwangsläufig mit immensem Laufaufwand verbunden und nur mit einer geschlossenen mannschaftlichen Anstrengung zu erreichen, Einzelspieler wie zum Beispiel bei Bayern München Robben oder Ribery, die bisweilen gerne auf Defensivarbeit verzichten, sind in einem solchen System nicht tragbar. Hauptsächlich offensiv ausgerichtete Spieler wie Götze und Kagawa haben das verstanden und arbeiten nach hinten genau so engagiert wie nach vorne.

In der Offensive ist Dortmunds Spielidee zum einen durch schnelles und klug koordiniertes (abgestimmte und trainierte Pass – und Laufwege) Umschalten nach Ballgewinn geprägt, zum anderen durch konsequentes Einschalten der Außenverteidiger in die Offensive. Dies dient unter anderem dazu, Überzahlsituationen auf den Außenbahnen zu schaffen und Flanken und Hereingaben zu ermöglichen und erlaubt den offensiven Akteuren häufige Positionswechsel untereinander bei denen die Außenpositionen durch die Außenverteidiger besetzt bleiben.

Schließlich verfügt man mit Lucas Barrios über einen Stürmer, der hervorragend mit dem Rücken zum Tor agieren kann, lange Bälle in den vordersten Reihen hält und dennoch technisch auch in der Lage ist, sich am Direktspassspiel um den 16 – Meter – Raum herum zu beteiligen und ständig Torgefahr auszustrahlen. Mit Lewandowski hat man auch gleich den passenden, „baugleichen“ Backup in der Hinterhand.

Fazit:

Auch in der neuen Saison wird der Weg zur Meisterschaft nur über Borussia Dortmund führen, auch wenn der FC Bayern München in der Sommerpause kräftig in die Mannschaft investiert hat stellt vor allem die über Jahre erarbeitete Spielphilosophie der Dortmunder einen Vorteil dar, den die Bayern nur sehr schwer schon in dieser Saison werden aufholen können. Wenn es den Dortmundern gelingt, in der neuen Saison jedes Spiel mit dem gleichen Enthusiasmus wie im Vorjahr anzugehen und die neuen Spieler zügig zu integrieren wird der BVB auch 2011/2012 nur ganz schwer zu schlagen sein.

Dies war der letzte Teil der Serie, ab der nächsten Woche beschäftigen hier:

“Vier Schritte auf dem Weg zur Meisterschaft für den FC Bayern München”

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Bei Fragen und Anregugnen freut sich der Fussballguru über eine E-Mail an:

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Tops der Vorsaison, Teil 2: Hannover 96

Der 4. Platz von Hannover 96 und die damit verbundene Qualifikation zur Euro League war sicherlich eine der größten Überraschungen der Vorsaison, besonders in Anbetracht des nur knapp vermiedenen Abstieges in der Saison 2009/2010 und den lange schwelenden Streitigkeiten zwischen Coach Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke.

So positiv sich die Mannschaft in der Saison 2010/2011 jedoch jauch präsentiert hat, eine Wiederholung der Ergebnisse des Vorjahres erscheint äußerst unwahrscheinlich. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Zum einen wäre es unabdingbar, dass die Leistungsträger der Vorsaison ihr (überraschend) hohes Niveau halten können. Bei etwas erfahreneren Spielern wie Pogatetz und Ya Konan sollte das möglich sein, gerade Ya Konan verfügt fraglos über enorme Qualitäten und wurde in der vergangenen Saison tatsächlich noch häufig von Verletzungen gebremst. Bei Sergio Pinto, der in der abgelaufenen Spielzeit eine hervorragende Rolle im defensiven Mittelfeld spielte,  ist dies schon fragwrdiger, zweifellos hat er in seiner mehrjährigen Bundesligazugehörigkeit noch nie auf solch hohen Niveau über einen längeren Zeitraum gespielt.

Die jungen Leistungsträger schließlich wie der Torwart Ron – Robert Zieler oder Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach werden sich in der neuen Saison erstmals mit einer gestiegenen Erwartungshaltung konfrontiert sehen und beweisen müssen, dass sie diese erfüllen können. Erfahrungsgemäß können die wenigsten jungen Spieler einer ersten sehr starken Saison problemlos eine zweite auf gleichem Niveau folgen lassen (siehe z.B. Thomas Müller bei Bayern München).

Es wird auch interessant sein zu sehen, ob die Niedersachsen in der neuen Saison ihr eher eindimensionales Angriffskonzept durch ein variableres Offensivsystem ersetzen können. Zwar war das unter Slomka perfekt einstudierte Konterspiel der Hannoveraner 2010/2011 neben der stabilen Defensive der Garant für eine erfolgreiche Spielzeit, in der neuen Saison werden die Gegner (vor allem aus dem unteren Bereich der Tabelle) Hannover 96  jedoch weit häufiger dazu zwingen, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen und kreative Lösungen gegen tiefstehende und eng gestaffelte Mannschaften zu finden. Es bleibt abzuwarten, ob 96 die dafür nötigen Spieler im Kader hat. Stürmer wie Abdellaoue oder Schlaudraff sind sicherlich nicht übermäßig für das Spiel mit dem Rücken zum Tor geeignet und auch im Mittelfeld fehlen Spielertypen, die durch schnelle und sichere Ballzirkulation tiefstehende Abwehrreihen ausspielen können.

Des Weiteren müssen Mannschaft und Verein in der neuen Saison lernen, mit der neuartigen Doppelbelastung von Meisterschaft und Euro League umzugehen. Dabei wird es zum einen wichtig sein, angemessenen Fokus auf die Hauptaufgabe Bundesliga zu legen und die Euro League vor allem als eine wichtige Erfahrung zu begreifen. Zum anderen wird sich zeigen müssen, ob der Kader tief genug ist um die erhöhte Belastung in manchen Fällen durch personelle Rotation auffangen zu können. Gerade dieser Punkt erscheint zweifelhaft, für Spieler wie zum Beispiel die bereits erwähnten Ya Konan und Pogatetz (oder auch Sergio Pinto in seiner letztjährigen Form) gibt es sicherlich keine ähnlich starken Backups im Kader.

Schlussendlich bleibt zu hoffen,  dass die verschiedenen Akteure im Verein (Präsident Kind, Manager Schmadtke und Trainer Slomka) auch im nächsten Jahr konsequent miteinander statt gegeneinander arbeiten, ihre Qualitäten haben die für den sportlichen Bereich verantwortlichen Slomka und Schmadtke in der letzten Saison eindrucksvoll bewiesen  Das es in Hannover jedoch besonders in sportlich schwierigen Phasen schnell turbulent werden kann ist leider allgemein bekannt, ein größeres Maß an Vertrauen in die Entscheidungsträger auch bei vorübergehend unbefriedigenden Resultaten wäre daher ebenso hilfreich wie wünschenswert.

Fazit:

Auch wenn die Ergebnisse von Hannover 96 in der vergangenen Saison sehr beeindruckend waren, so waren sie doch auch der allgemeinen Schwäche von höher eingeschätzten Mannschaften geschuldet sowie dem Umstand, dass man es sich in der Nische der überaus effektiven und stark verteidigenden Kontermannschaft bequem machen konnte.

Leider (aus Sicht von Hannover) wird sich dies in der neuen Saison nicht wiederholen lassen. Zum einen werden vor allem personell schwächer besetzte Mannschaften Hannover nicht mehr so naiv wie in der Vorsaison in die Karten spielen und sich taktisch besser aufgestellt beziehungsweise eingestellt präsentieren.

Zum anderen wird es kaum noch einmal gelingen können, gleich eine Vielzahl der finanziell (und damit im Normalfall auchpersonell) besser aufgestellten Mannschaften wie Schalke 04, Hamburger SV oder Werder Bremen hinter sich zu lassen.

Ein erneuter Platz unter den ersten fünf ist in der neuen Saison also Utopie, eine ruhige Saison im gesicherten Mittelfeld sollte dagegen als gerechtes Bild der eigenen Leistungsfähigkeit akzeptiert werden.

Ende der Woche schließen wir diese Serie ab mit einem Blick auf den Deutschen Meister 2011, BVB Borussia Dortmund!

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Tops der Vorsaison, Teil 1: FSV Mainz 05

Mainz 05 war eine der positiven Überraschungen der Vorsaison und sorgte vor allem mit der Serie von sieben Siegen in Folge zum Saisonstart für Furore. Auch der von vielen Fachleuten früher oder später erwartete Leistungseinbruch konnte verhindert werden, 58 Punkte und Platz fünf sind ein absolut beeindruckendes Ergebnis.

Das ein ähnliches Ergebnis auch in der nächsten Saison möglich ist erscheint dagegen unwahrscheinlich, zu schwer wiegen die Abgänge von wichtigen Leistungsträgern wie Christian Fuchs, Lewis Holtby und Andre Schürrle. Auch wenn die Mannschaft in der letzten Saison vor allem als taktisch hervorragend eingestelltes Kollektiv mit hoher Leistungsbereitschaft imponiert hat, wird es unmöglich sein, die fehlenden individuellen Qualitäten dieser Spieler aufzufangen. Immerhin erzielte  Schürrle in der letzten Saison in 33 Spielen 15 Tore, Holtby glänzte mit 9 Vorlagen in 30 Spielen und Fuchs entwickelte sich zu einem der besten Linksverteidiger der Liga. Nicht umsonst handelt es sich also bei diesen dreien um die, laut Kicker.de (http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/topspieler/1-bundesliga/2010-11/topspieler-der-saison.html), besten Mainzer Spieler der abgelaufenen Saison.

Zur neuen Saison wird der Kader nun kräftig durchgemischt, die prominenten Abgänge sollen hauptsächlich von talentierten Zweitligaspielern wie Zoltán Stieber, Nicolai Müller oder Fabian Schönheim ersetzt werden.  Erfahrungsgemäß werden diese zunächst Zeit benötigen um sich an die höhere Qualität in der Bundesliga anzupassen, es wird also interessant sein zu sehen, ob die Mainzer bereits in der Anfangsphase der Saison eine leistungsstarke Mannschaft aufbieten können.

Die wichtigste Personalie bleibt aber auch in der kommenden Saison, allen Ab-und Zugängen zum Trotz, der Trainer Thomas Tuchel. In der vergangenen Saison zeigte seine junge Mannschaft vor allem in der frühen Phase der Saison häufig fantastischen Fußball, vor allem in den Bereichen Pressing, Verengung der Spielräume und im Umschaltspiel. Die ersten gut 25 Minuten im Spiel gegen Bayern München am 6. Spieltag waren ein nahezu perfektes Beispiel für modernes Defensivverhalten.

Entscheidend für die Erfolgsaussichten in der neuen Saison wir also sein, ob Tuchel wieder beständig eine taktisch so hervorragend funktionierende Einheit auf den Platz schicken kann und ob er kreative Lösungen im Offensivspiel findet, um den Weggang der überrangenden Offensivspieler Schürrle und Holtby aufzufangen.

Die Teilnahme an der Euro League schließlich könnte sowohl positive als auch negative Auswirkungen für die Mannschaft haben: gelingt den Mainzern ein guter Saisonstart kann die Euro League als angenehme Abwechslung, zum Sammeln von internationalen Erfahrungen und nicht zuletzt zu ausgiebigen Feierlichkeiten in der neuen Arena genutzt werden. Sollte der Auftakt zur neuen Spielzeit jedoch misslingen, so könnten weitere Misserfolge im internationalen Geschäft gepaart mit der höheren Belastung durch ungewohnte englische Wochen eine eventuelle Abwärtsspirale noch verstärken.

Fazit:

Das fantastische Ergebnis der Vorsaison ist für die Mainzer fraglos ein Grund zur Freude, es darf aber nicht zur Selbstüberschätzung führen:  in der Regel ist 05 sicherlich kein Kandidat für die internationalen Plätze. Bei kompetenten Leuten in der Vereinsführung wie Präsident Harald Strutz oder Manager Christian Heidel ist eine solche Sorge jedoch unbegründet.

Stattdessen sollte in der neuen Saison weiterhin der Fokus darauf liegen, sich in Liga eins dauerhaft zu etablieren. Eine dritte Saison in Folge ohne Abstiegssorgen wäre dabei ein bemerkenswerter Erfolg.

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Flops der Vorsaison, Teil 3: SV Werder Bremen

Man verkennt die Ernsthaftigkeit der Lage bei Werder Bremen wenn man die Saison 2010/2011 einfach als einen unglücklichen Ausrutscher abhakt. Tatsächlich wird es Bremen mit dem aktuellen Kader auch in der kommenden Saison schwer haben.

Die Gründe dafür sind vielfältig: zum einen haben die sogenannten Führungsspieler in der vergangenen Saison entweder zu häufig nicht die von ihnen zu erwartende Leistung gebracht (Mertesacker, der ohne verlässlichen Partner in der Innenverteidigung und ohne einen starken 6er vor ihm oft überfordert war; Frings, der dem Tempo des Spiels viel zu häufig nicht mehr folgen konnte) oder sie haben verletzungsbedingt zu viele Spiele verpasst (Pizarro, der obwohl er nur 13-mal über die gesamte Spielzeit eingesetzt werden konnte immensen Anteil am verhinderten Abstieg hat; Naldo, der 2010/2011 ohne Einsatzzeit blieb).

Ein massives Problem ist auch die Stagnation in der Entwicklung der hochgelobten Talente, speziell von Aaron Hunt und Marko Marin. Gemeinsam sollten sie den Weggang von Mesut Özil kompensieren was ihnen zu keinem Zeitpunkt gelang. Im Gegenteil, ohne den früheren Spielmacher wirkten sie häufig überfordert und waren nicht in der Lage, das Spiel der Bremer zu prägen. Aus welchem Grund englische Top – Teams Marin nun angeblich mit zweistelligen Millionensummen jagen ist nach dieser Saison kaum zu verstehen. Natürlich verfügt er über sehr gute Anlagen und ist mit seiner Technik und Schnelligkeit wie geschaffen für die Anforderungen des modernen Fußballs, doch noch immer findet er viel zu selten die Balance zwischen eins-gegen-eins Situationen und zügiger Ballzirkulation und versteckt sich in schwierigen Spielsituationen mit beängstigender Regelmäßigkeit.

Zur neuen Spielzeit muss somit die Neubesetzung der zentralen Positionen oberste Priorität haben, Ekici für das zentrale offensive Mittelfeld ist dabei ein guter erster Schritt. Sollte für das defensive Mittelfeld kein neuer Spieler von gehobenem Format geholt werden, böte sich hier eine Lösung mit Wesley und Bargfrede an, bei der einer von beiden die 6er Position, der andere halbrechts in der Raute spielen könnte. Ideal wäre diese Besetzung jedoch nicht.

Darüber hinaus ist auch in der Viererkette Verstärkung bitter nötig. Der Österreicher Prödl hat es in seiner Zeit bei Werder nicht geschafft, Bundesliganiveau unter Beweis zu stellen. Neuverpflichtungen für die Position des Innenverteidigers sind also unumgänglich, insbesondere da noch nicht abzusehen ist, ob Naldo nach seiner langwierigen Verletzung zu alter Form zurück findet und, wenn ja, wie lange er dafür brauchen wird. Interessant wird auch zu sehen sein, ob Lukas Schmitz die jahrelangen Probleme auf der linken Seite wird beheben können, schließlich spielte er zuletzt bei Schalke trotz schwacher Konkurrenz auf dieser Position keine Rolle mehr.

Im Angriff steht und fällt das Spiel weiterhin mit Claudio Pizarro. Wenn der Peruaner in der kommenden Saison weniger mit Verletzungen zu kämpfen hat und eine höhere Anzahl von Spielen absolvieren kann werden sich junge Nebenleute wie Arnautovic und Wagner an ihm orientieren können und dauerhaft ein höheres Niveau erreichen. Sollte er jedoch erneut häufig ausfallen (zur Zeit laboriert er an einem Innenbandabriss im rechten Knie) wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob die anderen Stürmer im Kader in der Lage sind, den erfahrenen Führungsspieler zu ersetzen; spielerisch, kämpferisch und natürlich bei der wichtigsten Zahl im Stürmerleben: der Anzahl der erzielten Tore. Skepsis ist dabei durchaus angebracht.

Fazit: Zwar sollte der SV Werder Bremen in der kommenden Saison nicht wieder gegen den Abstieg spielen müssen, die internationalen Plätze scheinen aber ohne weitere hochqualitative Neuverpflichtungen unrealistisch. Ein Platz im oberen Mittelfeld scheint das maximal Erreichbare mit dem aktuellen Kader zu sein, eine Aussicht, die Fans und Verantwortlichen mit ihren hohen sportlichen Ansprüchen kaum gefallen dürfte.

 

Ab nächstem Dienstag geht es hier weiter mit den positiven Überraschungen der Vorsaison: Mainz 05, Hannover 96 und natürlich dem Deutschem Meister                Borussia Dortmund!

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